Hallenbau allgemein

Stahl, Beton und Holz – Drei Bauweisen im Vergleich

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Im Hallenbau besteht beim Material der Tragkonstruktion die Qual der Wahl. Viele Anbieter haben sich auf eine Bauweise spezialisiert. Welche für Sie die richtige ist, entscheiden viele Faktoren – nicht nur der Preis. Dieser Artikel geht auf die Vor- und Nachteile von Stahl, Beton und Holz ein und versucht eine Entscheidungshilfe zu geben.


1. Vor- und Nachteile der Materialien

1.1 Stahl – individuell und wirtschaftlich

Das Bauen mit Stahl ermöglicht insbesondere nachhaltige und wirtschaftliche Stahlkonstruktionen in Systembauweise, die sich individuellen Anforderungen anpassen können.

Vorteile

  • kurze Bauzeiten
  • ideal für wirtschaftliche Systembauweise mit hohem Vorfertigungsgrad
  • einfache Reparatur
  • flexibel veränder-, erweiter- und rückbaubar
  • nachhaltig und ressourcenschonend
  • große freitragende Spannweiten
  • langlebig
  • ästhetische Konstruktionen möglich
  • kleine Fundamente
  • geringes Eigengewicht im Vergleich zu Beton
  • beweglich, dadurch weniger erdbebengefährdet
  • Brandschutz: Stahl ist nicht brennbar

Nachteile

  • Korrosionsschutz erforderlich (unbehandelt anfällig für Rost)
  • stärkere Verformungen bei Lasteinwirkung gegenüber Massivbau
  • guter Wärmeleiter, begünstigt Wärmebrücken
  • Brandschutz:  Stahl verformt sich bei enormer Hitzeeinwirkung

Die Stahlbauweise bringt viele gute Eigenschaften mit sich. Ist der Zeitfaktor für Sie ausschlaggebend, bietet die Stahlhalle klare Vorteile gegenüber der Massivbauweise. Die Bauzeiten sind wesentlich kürzer.

Durch die hohe Festigkeit des Materials bei geringem Gewicht können bei kleinen Querschnitten problemlos große freitragende Spannweiten realisiert werden. Das bietet Ihnen mehr Hallenfläche, die vollständig ausgenutzt werden kann. Durch die Möglichkeit von gelenkig gelagerten Stützen können Fundamente kleiner ausgeführt werden, wodurch diese Bauweise besonders wirtschaftlich wird. Die Stahlbauweise ist für verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten wie Produktion, Werkstatt, Lagerung und vieles mehr geeignet.

Stahl wird durch Feuerverzinkung oder Beschichtung vor Korrosion geschützt und wird dadurch besonders haltbar. Auch ein Umbau oder eine Erweiterung der Halle ist unkompliziert möglich. Eine Stahlhalle kann für den Weiterverkauf problemlos demontiert und an einem neuen Ort wiederaufgebaut werden, da die meisten Verbindungen verschraubt sind. Zusätzlich kann verzinkter Stahl vollständig und beliebig oft recycelt und restlos in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Somit ist eine Stahlhalle nicht nur wirtschaftlich, sondern auch nachhaltig.


1.2 Holz – ein natürlicher Rohstoff

Holz ist ein natürlicher und traditioneller Rohstoff, der bis heute seinen Platz im Hallenbau hat. Insgesamt gibt es beim Einsatz von Holz viele Vorteile. Aber auch die nachteiligen Aspekte sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

Vorteile

  • fördert eine besondere Raumatmosphäre
  • feuchtigkeitsregulierend
  • einfach veränder-, erweiter- und reparierbar
  • nachwachsender Rohstoff
  • schlechter Wärmeleiter, weniger Wärmebrücken als bei Beton oder Stahl
  • widerstandsfähig gegen elektrische Ströme
  • Brandschutz: kontrollierter Brand, lange standfest

Nachteile

  • anfällig für Schädlinge, Pilze und Schimmel
  • pflegeintensiv
  • relativ große Querschnitte notwendig
  • Rohholz neigt zum Verdrehen und Rissbildung
  • Holz schwindet, wenn es nicht trocken verarbeitet wird und verändert seine Dimension bei Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe
  • Holz arbeitet (Knarr- oder Knackgeräusche)
  • Brandschutz: Holz ist brennbar

Die Verwendung von Holz als Material für das Hallengerüst schafft in der Halle eine angenehme Atmosphäre. Häufig trifft man bei dieser Bauweise auch Mischformen an, bei denen lediglich die Dachkonstruktion aus Holz gefertigt wird. Neben der Optik bietet Holz beim Thema Brandschutz einige Vorteile, obwohl Holz brennbar ist. Im Brandfall bleibt eine Holzhalle lange stehen und brennt eher kontrolliert ab.

Holz kann als nachwachsender Rohstoff beim Thema Nachhaltigkeit punkten. Jedoch sollte berücksichtigt werden, dass Holz zum Schutz gegen Schädlinge und Pilze chemisch behandelt wird und meist mehrfach verleimt werden muss.


1.3 Beton – dauerhaft massiv

Beton als Baustoff ist wie ein Synonym für den Massivbau. Viele Gebäude werden mit diesem in seiner Formgestaltung flexiblen Material errichtet. So findet Beton trotz seines hohen Gewichtes auch im Hallenbau seinen festen Platz.

Vorteile

  • lange haltbar
  • hohe Flexibilität bei der Formgestaltung
  • hohe Druckfestigkeit
  • geringer Wartungsaufwand
  • hohe Steifigkeit
  • Brandschutz: hoher Feuerwiderstand

Nachteile

  • lange Bau- und Aushärtungszeiten (30 Tage)
  • große Querschnitte, hohes Gewicht
  • ortsgebunden
  • kaum recycelbar
  • hohe Umweltbelastung bei der Herstellung
  • Ortbeton während der Bauzeit sehr witterungsabhängig
  • aufwendige Köcherfundamente notwendig
  • höhere Anschaffungskosten
  • guter Wärmeleiter – führt zu Wärmebrücken
  • Beton schwindet (schrumpft), was zu Rissbildungen und Festigkeitsverlusten führt

Beton ist ein Baustoff, der für Dauerhaftigkeit und Langlebigkeit steht. Eine Halle, die einmal in Betonbauweise errichtet wurde, ist dafür ausgelegt, für eine lange Zeit an diesem Ort bestehen zu bleiben. Gut ausgeführt sind Betonstützen einer Halle lange haltbar. Eine Demontage und ein Wiederaufbau an einem anderen Ort ist in der Regel nicht möglich.

Auch beim Thema Brandschutz kann die Verwendung von Beton als Baumaterial sinnvoll sein. Der Baustoff hält hohen Temperaturen bis zu 1.500 °C stand und ist nicht brennbar.

Verwendung:

Beton kommt häufig bei sehr großen, mehrgeschossigen Hallen mit hohen Lasten und Brandschutzanforderungen zum Einsatz.

Dadurch, dass der Baustoff vor dem Aushärten flüssig ist, bietet er eine sehr hohe Flexibilität in Bezug auf Form und Gestaltung. Nahezu jede Form ist möglich. Dabei muss berücksichtigt werden, dass eine individuelle Form mit hohen Kosten verbunden ist. Außerdem ist Beton aufgrund seiner Eigenschaften relativ einfach zu verarbeiten. Das Gießen der benötigten Teile kann vor Ort erfolgen. Hierbei ist die Montage aber sehr witterungsabhängig und der Bau verzögert sich um die Zeitspanne, die der Beton zum Aushärten benötigt. Zusätzlich ist die Erstellung von aufwendigen Schalungen notwendig. Als Alternative kann Beton in Form von Fertigteilen verarbeitet werden, was jedoch aufgrund des hohen Gewichtes zu höheren Transportkosten führt.


2. Die Eigenschaften im Direktvergleich

Es gibt verschiedenste Kriterien, die beim Bau einer Halle zu beachten sind. Um Ihnen die Entscheidung für eine Bauweise bzw. das richtige Baumaterial zu erleichtern, haben wir Ihnen die wichtigsten Punkte in einer Übersicht zusammengefasst:


FAZIT

Für welche Bauweise und Baustoffe Sie sich entscheiden, hängt ganz von Ihren Bedürfnissen ab. Häufig hilft bei der Entscheidung ein Gespräch mit einem Hallenbauer, der Sie individuell zur Ihren Bedürfnissen beraten kann.

Sie haben sehr hohe Anforderungen an den Brand- und Schallschutz und möchten Ihre Halle höchstindividuell gestalten? Dann empfiehlt sich in einigen Fällen eine Betonhalle. Damit sind Sie jedoch dauerhaft an einen Standort gebunden und auch die Anschaffungskosten sind im Vergleich wesentlich höher.

Eine Holzhalle ist wahrscheinlich die richtige Wahl, wenn Ihnen das Bauen mit natürlichen Rohstoffen am Herzen liegt. In den meisten Fällen ist jedoch lediglich das Gerüst aus Holz und die Verkleidung der Halle besteht aus Sandwichpaneelen oder ähnlichen Hallenverkleidungen.

Kommt es Ihnen beim Bau Ihrer Halle auf eine schnelle Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit an, dann sind Sie mit einer Stahlbauhalle in Systembauweise am besten beraten. Eine Stahlhalle ist zudem flexibel für Ihre Anforderungen individualisierbar. Zudem kann sie vollständig demontiert und an einem anderen Ort wiederaufgebaut werden.