Boden und Verankerung

Auf Schienen verschiebbare Zelthallen

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Leichtbauhallen haben bereits von Haus aus den Vorteil, sehr flexibel zu sein, was Größe, Nutzungsdauer etc. angeht. Wenn auch noch häufige lokale Standortwechsel gefragt sind, stellen verschiebbare Zelthallen eine interessante Lösung dar. Dieser Artikel erklärt die Funktionsweise, Voraussetzungen und Einsatzmöglichkeiten dieser Hallen.


1. Funktionsweise

Eine verschiebbare Zelthalle kann in Längsrichtung auf im Boden verankerten Schienen bewegt werden. Hierzu werden die Längswandstützen der Halle auf kugelgelagerten Schwerlastrollen befestigt. Die Giebelwandstützen werden mit Erdnägeln oder Dübeln auf dem Untergrund verankert. Vor dem Verschieben muss die Verankerung der Giebelwandstützen gelöst werden.


1.1 Montage

Damit das Zelt problemlos verschiebbar ist, muss die Montage professionell und exakt ausgeführt werden.

Die Schienen müssen parallel und im gleichbleibenden Abstand zueinander montiert werden, damit das Verschieben funktionieren kann. Um zu vermeiden, dass die Schienen aus der korrekten Position gedrückt werden, ist es ratsam, auf einem guten, festen und absolut ebenen Untergrund wie Beton, Asphalt oder Pflaster zu montieren. Am besten eignet sich eine Betonplatte. Alternativ können die Erdnägel auf Pflastersteinen oder Asphalt, keinesfalls aber auf Schotter verankert werden. Der Untergrund darf keinerlei Höhenunterschied aufweisen. Wichtig ist außerdem, dass vorab geklärt wird, wie lange die Schienen sein sollen, um die maximale Verschiebung der Zelthalle bzw. den maximalen Fahrweg vorab vorzubereiten.


1.2 Stationäre Fixierung

Unter „stationärer Fixierung“ versteht man, dass die Zelthalle für einen längeren Zeitraum an einer bestimmten Stelle positioniert und dort fixiert wird. Dabei wird sie mittels 20 mm Bolzen gesichert. Der Bolzen wird durch Rollenfuß und Schiene gesteckt, um ein unbeabsichtigtes Verschieben in Längsrichtung zu vermeiden. In festen Abständen ist eine solche Arretierung in den Schienen vorbereitet. Neben den Längswandstützen müssen dann auch die Giebelwandstützen wieder befestigt werden. Hierzu werden die Giebelwandstützen mittels Erdnägeln oder Schraubverbindungen (z. B. Schwerlastdübel) fixiert. Da sich das Ziehen von Erdnägeln wesentlich aufwändiger gestaltet als das Lösen einer Schraubverbindung, ist es sinnvoll, die Giebelwandstützen mit Dübeln auf Punktfundamenten zu verankern. Wie bei allen Leichtbauhallen sollte das Giebelwandtor bei starkem Wind oder Sturm immer geschlossen bleiben.


1.3 Verschieben

Soll die Zelthalle verschoben werden, müssen alle Bolzen an den Rollenfüßen gelöst werden. Zusätzlich muss die Verankerung in den Giebeln entfernt werden. Anschließend werden die Giebelwandfußplatten in den Giebelwandstützen so weit nach oben verschoben, bis sie den Boden nicht mehr berühren. Danach werden die nach oben verschobenen Giebelwandstützen in ihrer neuen Position verbolzt. Die Laufschiene sollte vor dem Verschieben eingefettet werden.

Die Zelthalle kann durch Zug und/oder Druck im Fußbereich der Längswandstützen verschoben werden. Die Kraft muss dabei möglichst auf beide Längsseiten gleichzeitig wirken, um ein Verkanten der Halle zu verhindern. Die Personenanzahl, die dabei zum Verschieben benötigt wird, ist je nach Hallengröße unterschiedlich. Idealerweise kommen Stapler, Seilwinden oder Ähnliches zum Einsatz. Bei starkem Wind sollte die Halle nach Möglichkeit nicht verschoben werden.

Die Schienen:

Bei den Schienen handelt es sich um handelsübliche Eisenbahnschienen. Sie sind nicht oberflächenbehandelt, sondern „schwarz“ bzw. „blank“. Das bedeutet, dass auf einen Korrosionsschutz z. B. durch Verzinkung verzichtet wurde. So werden mögliche Zinknasen oder ein Verziehen der Schienen vermieden.


2. Einsatzbereiche

Verschiebbare Zelthallen können für vielfältige Zwecke genutzt werden:

  • Herstellung von Produkten, die so groß und schwer sind, dass sie weder von einem Stapler transportiert werden können, noch durch ein Tor passen. Um den Zugang mittels Kran zu ermöglichen, kann die Halle einfach weggeschoben werden.
  • Einhausung für lange Baustellen z. B. auf Autobahnen. Die Halle kann beim Fortschritt der Baustelle mitwandern.
  • Abdeckung von Gruben, die nur von oben bestückt werden können.
  • Überdachung für Ausgrabungsstätten.

FAZIT

Verschiebbare Zelthallen sind eine Speziallösung für besondere Anwendungsbereiche. Neben den Möglichkeiten, die eine normale Leichtbauhalle bietet, sind mit dieser Hallenvariante weitere Funktionen und Einsatzbereiche realisierbar. Diese Flexibilität ist nur gegeben, wenn die Vorbereitungen für die Halle und die Montage professionell von einem erfahrenen Hallenbauer geplant und durchgeführt wurden.