Boden und Verankerung

Ballastierung – Bodenschonende Befestigung für Leichtbauhallen

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Ein entscheidender Faktor beim Bau einer Leichtbauhalle ist die Art der Befestigung. Am geläufigsten und meist genutzten sind dabei die Erdnagel- oder Dübelverankerung. Aber was tun, wenn der Untergrund unberührt bleiben muss – zum Beispiel weil Leitungen im Boden verlaufen? In einem solchen Fall bietet es sich an, die Halle mittels Ballastierung zu befestigen. Im folgenden Ratgeber-Artikel geben wir Ihnen einen Überblick, welche Vorteile eine Ballastierung mit sich bringt.


1. Funktionsweise

Bei einer Ballastierung wird die Halle mit Betonelementen beschwert, anstatt sie fest im Untergrund zu verankern. Dabei handelt es sich quasi um ein oberirdisches Fundament, mit dem die Halle ohne Verbindung zum Untergrund befestigt wird. Es handelt sich somit um eine besonders bodenschonende Befestigungsvariante.

Betonelemente:

Ein Betonelement wiegt circa 1,25 t und hat eine Größe von 2.500 x 600 x 350 mm. Die Betonelemente können in der Regel mehrfach verwendet werden.


2. Einsatzbereiche

Immer dann, wenn eine Erdnagelverankerung oder Dübelverankerung nicht möglich oder nicht gewollt ist. Häufige Gründe hierfür sind:

  • eine Veränderung oder Beschädigung des Untergrundes soll vermieden werden
  • im Boden liegen Versorgungsleitungen, Kanäle oder Kriegsrückstände oder werden zumindest dort vermutet

3. Vor- und Nachteile

  • Vorteile

  • geeignet für felsige Untergründe
  • keine Beschädigung der vorhandenen Oberflächen durch Bohren oder Aufgraben des Bodens
  • nahezu rückstandslose Demontage
  • Statiken gemäß DIN EN 13782
  • kurze Montagezeit
  • Ausschluss der Gefahr von Leitungs- und Kanalbeschädigungen

4. Ballastierungsvarianten

Bei der Ballastierung unterschiedet man zwischen zwei verankerungsfreien Varianten: Adapter-Ballastierung und Unterbau-Ballastierung.


4.1 Adapter-Ballastierung

Die Adapter-Ballastierung erfolgt mittels Betonelementen, die auf große, mit der Fußplatte verschraubte Adapterplatten aufgelegt werden. Es besteht keine feste Verbindung bzw. Verankerung mit dem Boden. Die Halle wird ausschließlich durch das Gewicht der Betonelemente an Ort und Stelle gehalten. Mit dieser Variante besteht die Möglichkeit, auch nur einzelne Fußpunkte einer ansonsten erdnagelverankerten Halle zu ballastieren. Dies kann interessant sein, wenn nur Teilbereiche kritisch sind, z. B. durch Leitungen oder Kanäle, die quer durch die Halle verlaufen. Die Fläche in der Halle kann durch die außenliegende Ballastierung komplett genutzt werden.


4.2 Unterbau-Ballastierung

Bei der Unterbau-Ballastierung wird die Leichtbauhalle mit Schwerlastdübeln auf den Betonelementen verankert. Auch hier besteht keine feste Verbindung mit dem Untergrund und es wird kein Fundament benötigt. Als positiver Nebeneffekt ergibt sich bei dieser Variante eine um ca. 35,0 cm größere Nutzhöhe. Ein kleiner Nachteil ist die etwas kleinere Nutzfläche in der Halle, da die Betonelemente leicht in die Halle hineinragen.


5. Genehmigungsverfahren

Eine Baugenehmigung ist im Allgemeinen abhängig vom Hallentyp, der Standzeit und den örtlichen Gegebenheiten. Das Baugenehmigungsverfahren von Leichtbauhallen mit Ballastierung ist vergleichbar mit dem Genehmigungsverfahren für Hallen mit anderen Verankerungsmethoden. Wichtig dabei ist, dass die ausgewählte Befestigungsart für die Halle vom Hersteller statisch nachgewiesen ist.


FAZIT

Die Ballastierung ist eine sehr gute Lösung, wenn es darum geht, eine Leichtbauhalle auf einem befestigten Untergrund bodenschonend zu befestigen. Zum Beispiel dann, wenn der Boden nicht beschädigt werden darf, weil Leitungen oder möglicherweise Kriegsrückstände im Boden vorhanden sind und dieser nicht sondiert bzw. geräumt werden kann. Die Montage ballastierter Hallen dauert meist nicht länger als die Montage mittels anderer Befestigungsarten. Jedoch entfallen zeit- und kostenintensive Fundamentarbeiten. Somit stellt die Ballastierung als bodenschonende Hallenbefestigung eine ideale Ergänzung zur Erdnagel- und Dübelverankerung dar.