Verankerungsarten im Hallenbau
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Hallen können auf unterschiedliche Art im Boden verankert oder befestigt werden. Doch welche Art der Befestigung ist für meine Halle richtig? Wovon ist dies abhängig? Wofür ist welche Verankerungsart am besten geeignet? Der folgende Ratgeber-Artikel gibt Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Verankerungsarten im Hallenbau.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Die Verankerungsarten im Überblick
- 2. Verankerungsarten für den temporären Hallenbau
- 2.1 Erdnagelverankerung
- 2.2 Adapter-Ballastierung
- 2.3 Unterbau-Ballastierung
- 2.4 Verschiebbare Zelthallen
- 3. Die wichtigsten Verankerungsarten für den dauerhaften Hallenbau
- 3.1 Dübelverankerung
- 3.2 Stahlbaumäßige Verankerung
- 3.3 Eingespannte Stützen
- FAZIT
1. Die Verankerungsarten im Überblick
Die wichtigsten Verankerungs- und Befestigungsarten sind die Erdnagel- und Dübelverankerung, die Adapter- und Unterbau-Ballastierung, verschiebbare Hallen, stahlbaumäßige Verankerung und eingespannte Stützen. Je nach Aufstellort, Hallentyp und Hallengröße sind die Lasten, die auf die Verankerung wirken, unterschiedlich groß. Von diesen Lasten hängt auch die Komplexität der Verankerung ab. Großen Einfluss hat auch die geplante Hallenstandzeit.
2. Verankerungsarten für den temporären Hallenbau
Die hier erwähnten Verankerungsarten sind vorrangig, aber nicht ausschließlich für Hallen geeignet, die nur für einen begrenzten Zeitraum aufgestellt werden. Sie können nach der Nutzung nahezu rückstandslos entfernt werden. Die Verankerungsarten können auf verschiedenen Untergründen zum Einsatz kommen, wobei oftmals vorhandene Flächen genutzt werden können. Als Untergründe sind beispielsweise Pflaster, Schotter oder Asphalt möglich.
2.1 Erdnagelverankerung
Bei einer Erdnagelverankerung wird die Halle mittels Erdnägeln im Boden verankert. Diese Verankerungsart ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch nachhaltig. Ein kostspieliges Fundament ist überflüssig. Dadurch kann eine Halle mit Erdnagelverankerung schneller fertiggestellt werden. Denn die Erstellung eines Fundamentes kann mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehmen.
In unserem Ratgeberartikel „Erdnagelverankerung – Hallen ohne Fundament errichten“ haben wir detaillierte Informationen zu dieser Verankerungsart für Sie zusammengestellt.
2.2 Adapter-Ballastierung
Bei einer Adapter-Ballastierung werden an der Hallenaußenseite Beton-Gewichte auf mit den Fußplatten verschraubte Adapterplatten gelegt. Die Fläche in der Halle kann durch die außenliegende Ballastierung komplett genutzt werden. Außerdem kann sie nahezu rückstandslos wieder zurückgebaut werden. Die Adapter-Ballastierung eignet sich besonders gut, wenn Versorgungsleitungen, Kanäle oder ähnliches im Boden vermutet werden. Die Oberfläche wird bei dieser Befestigung nicht durchdrungen.
2.3 Unterbau-Ballastierung
Bei einer Unterbau-Ballastierung wird die Leichtbauhalle mit Schwerlastdübeln von oben auf zuvor ausgelegten Betongewichten befestigt. Auch hier wird der Boden nicht durchdrungen und die Zelthalle kann nahezu rückstandslos zurückgebaut werden. Als positiver Nebeneffekt erhöht sich bei dieser Ballastierungsvariante die Nutzhöhe um ca. 35,0 cm.
2.4 Verschiebbare Zelthallen
Zusätzlich zu den anderen Verankerungs- und Befestigungsarten gibt es die Möglichkeit, Zelthallen auf Schienen zu befestigen. Dabei kann die komplette Zelthalle in Längsrichtung auf Schienen verschoben werden. Ideal geeignet ist diese Verankerungsmethode zum Beispiel für Montagearbeiten oder als Überdachung von Baustellenabschnitten. Idealerweise werden die Schienen auf Streifenfundamenten verankert, um eine optimale Verschiebbarkeit der Halle zu gewährleisten.
Zelthallen:
Eine Zelthalle ist eine Leichtbauhalle, bei der sowohl die Dach- als auch die Wandverkleidung aus PVC-Planen besteht. Oftmals werden sie auch als Lagerzelte oder Industriezelte bezeichnet.
3. Die wichtigsten Verankerungsarten für den dauerhaften Hallenbau
Verankerungsarten für den dauerhaften Hallenbau sind so konzipiert, dass sie die Hallen problemlos auch dauerhaft verankern können. Dabei müssen sie hohen Lasten standhalten. Bei diesen Verankerungsarten kommen Betonfundamente oder Betonplatten zum Einsatz.
3.1 Dübelverankerung
Die gängigste Befestigungsmethode zur Verankerung auf Beton ist die Dübelverankerung. Dabei werden die Fußplatten der Hallenstützen mittels Schwerlastdübeln auf dem Betonfundament verankert. Da die Verankerung nicht in das Fundament integriert werden muss, ist sie unkompliziert und wirtschaftlich. Diese Verankerungsart wird für Leichtbauhallen sowie Stahlhallen genutzt.
Weitere Informationen finden Sie im ausführlichen Ratgeber-Artikel "Verankerung mit Schwerlastdübel"
3.2 Stahlbaumäßige Verankerung
Eine stahlbaumäßige Verankerung wird bei sehr großen Stahlhallen notwendig, oder wenn hohe Belastungen entstehen, wie beispielsweise durch einen Hallenkran oder sehr hohen Schneelasten. Bei dieser Verankerungsart wird die Hallenstütze mit einer schubfesteren Verbindung, der sogenannten „Schubknagge“ versehen, und durch Ankerstangen im Fundament befestigt. So sind auch kleine Fundamente möglich, die allerdings eine vorab erstellte Aussparung benötigen.
3.3 Eingespannte Stützen
Bei dieser Verankerungsart wird die Stütze teilweise über 1,0 m tief in einem Köcherfundament aus Beton versenkt. Diese Fundamente werden häufig direkt im Betonwerk, teilweise inklusive Stütze gebunden, gegossen und mittels Schwerlastverkehr zur Baustelle transportiert. Die Herstellung des Fundamentes kann jedoch auch auf der Baustelle erfolgen. Hallen mit eingespannten Stützen kommen oftmals mit einem schlankeren Tragwerk aus. Dafür sind der Aufwand und die Kosten für das Fundament höher. Im Gegensatz zur Dübelverankerung sind die Erstellung der Fundamente und die Montage der Halle nicht unabhängig voneinander durchführbar, was die Planung und die Ausführung aufwändiger macht.
FAZIT
Abhängig von Hallentyp, Größe und Lasten stehen Ihnen viele Verankerungsarten zur Auswahl. Auch Ihre individuellen Bedürfnisse an Wirtschaftlichkeit sowie der Zeitfaktor sind für die richtige Wahl der Verankerung entscheidend. Um die am besten für Sie geeignete Verankerungsart zu finden, sollten Sie professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Architekten, Bauplaner und Hallenbauer können Sie hierbei professionell beraten.